Meine Ernte – Selbstversorgung 2.0

Im Märzen der Bauer … und so weiter. Ja da ist er, der März. Auf dem Weg zum Supermarkt kommt man an den ersten Frühblühern vorbei und irgendwo ganz tief in uns entsteht ein Ruf, ja, geradezu ein urmenschliches Bedürfnis: Es ist Zeit, pflanze was an, damit du im Sommer reichen Ertrag ernten kannst. Wir schütteln diese Stimme ab und kaufen im Supermarkt hygienisch verpacktes Gemüse, bestenfalls bio, und machen uns auf den Weg zurück nach Hause. Tür zu, Ertrag eingeholt. Das ist einfach, aber immer mehr Menschen haben das tiefe Bedürfnis, selbst etwas zu erschaffen, es vom Saatkorn bis zur Frucht zu pflegen und im Wachstum zu bestaunen. Wer keinen Garten oder Balkon hat, dem bleibt nur der teure Schrebergarten mit vielen ungeliebten Pflichten obendrauf? Mitnichten, es gibt immerhin „Meine Ernte“. Was das ist, warum das innovativ ist und ob das was für mich sein könnte, erfahrt ihr heute bei uns.

„Meine Ernte“ – Raus aus dem Supermarkt, rein in die Natur

Selbermachen: ein Trend, der sich seit vielen Jahren in der immer größer werdenden Vielfalt von DIY (Do It Yourself) -Themen widerspiegelt. Socken stricken, Marmelade einkochen, gesund backen, kreativ basteln, heimwerken, Möbel upcyclen oder eben schlicht und einfach Gemüse anbauen – wer hätte in den tiefsten Tiefen der 90er Jahren denn gedacht, dass das einmal wieder hip werden könnte? Sich im Dreck in der Sonne abmühen, wenn es doch alles im Supermarkt zu Discountpreis zu kaufen gibt? Und überhaupt: bio – ist das nicht eigentlich das gleiche wie mottenzerfressene Miefklamotten vom Flohmarkt?

Gut, dass wir uns weiterentwickelt haben und gut, dass wir in anderen Zeiten leben, in denen der eigenen Hände Arbeit und eine nachhaltige Lebensweise wieder deutlich mehr geschätzt werden als in den vergangenen Plastik-Jahrzehnten. Das spiegelt sich in keinem anderen Bereich besser wider als beim Thema Ernährung. Die Fragen, die damit zusammenhängen, drohen uns bisweilen sogar glatt zu überfordern, so gewillt sind wir, es endlich besser zu machen. Welche Lebensmittel sind gesund, welche nicht? Wie und wo bekomme ich Bio-Lebensmittel, die bezahlbar sind? Wie bekomme ich sie verpackungsfrei?
Auch der Veganismus ist eine konsequente Entwicklung aus den Versäumnissen der letzten Jahrzehnte und äußert sich in einem ungebrochen Trend und mit einer immer weiter wachsenden Anhängerschaft. Er konnte sich sogar endlich zu einem festen und mittlerweile größtenteils positiv bewerteten Lebensstil in unserer Gesellschaft etablieren. Und was brauchen Veganer*innen und alle anderen Menschen, die sich gesund und hauptsächlich pflanzlich ernähren möchten? Klar, natürlich jede Menge hochwertiges, vitaminreiches Gemüse ohne Belastung durch Pestizide und Co. Eine Alternative zum bewussten Einkauf ist der eigene Anbau dieser Pflanzenkost – hier wieder ein uralter und zugleich neuer Trend, der sich Selbstversorgung nennt. Wer einmal damit angefangen hat, kommt so schnell nicht mehr davon los. Und das geht jetzt, beziehungsweise sogar schon seit 10 Jahren, ganz ohne eigene Anbauflächen. Wie das?

Das „Meine Ernte“-Prinzip

Im Jahr 2009 machten die zwei Freundinnen Natalie und Wanda ihre Sehnsucht nach der Natur und ihre Freude an allem Wachsenden zur Geschäftsidee. Selbst begeisterte Hobbygärtnerinnen, die sich lieber drinnen als draußen aufhalten, reifte in ihnen der Plan, dass man diese Erfahrungen auch Menschen ohne eigenen Garten zugänglich machen müsste. Gesagt getan.

Das Prinzip: Man mietet eine fertig bepflanzte Gartenparzelle für eine Saison und fährt am Ende den Ertrag ein. Es gibt zweierlei Gartengrößen, die je mit 20 vorgezüchteten Gemüsesorten bepflanzt sind. Damit was draus wir, muss man schon zur Hacke greifen und natürlich auch zur Gießkanne. Aber die gute Nachricht: der Aufwand ist geringer, als man denkt und sowohl die wichtigsten Gartengeräte als auch Gießwasser werden vor Ort gestellt. Der Acker ist also gut bestellt, nun liegt es an jedem selbst, die bestmögliche Ernte zu erzielen.

Die Orte, wo man derart gärtnern kann, liegen über 25 Äcker in Deutschland verteilt. Auf der Website von „Meine Ernte“ erfährt man die nächsten Orte in seiner Nähe. Die Äcker sind im Besitz verschiedener Bauern und landwirtschaftlicher Betriebe, die Kooperationspartner von „Meine Ernte“ sind. Sie bereiten deinen zukünftigen Nutzgarten professionell vor und stehen dir in eigenen Gärtnersprechstunden für Hilfe bereit. Daneben gibt es noch viel weiteres Informationsangebot (Einführungsveranstaltungen, Gärtnerbriefe, Online-Tipps, …), denn „Meine Ernte“ ist keineswegs nur für alte Hasen gemacht. Gerade Gartenneulinge sollen für das Thema Gemüseanbau gewonnen werden. Aber auch erfahrenen Gärtner*innen kann das Programm noch so Einiges bieten.

Noch nicht ganz überzeugt? Die Vorteile und Fakten auf einen Blick:
  • Eine volle Gartensaison (ca. Mai – Oktober) frisches Gemüse ohne Belastung
  • Professionelle Vorbereitung des Gartenstücks mit 20 Sorten Gemüse und einigen Blumen
  • Zusätzliches Wunschbeet zum eigenen Anpflanzen von Gemüse oder Blumen
  • Alle Geräte + Gießwasser werden gestellt
  • Reichlicher Ertrag und Möglichkeit, Vorräte für den Winter anzulegen
  • Breites Informationsangebot und Hilfen für eine garantiert gute Ernte
  • Zeitaufwand wöchentlich: ca. 2 – 3 Stunden
  • 25 Standorte in Deutschland
  • Flexibilität: Miete nur für eine Saison
  • Einmalige Kosten für die ganze Saison: kleiner Garten (45 qm) 229 €; Familiengarten (90 qm) 439 €
Und nicht zuletzt:
  • Beitrag zum Klimaschutz: weniger CO2, weniger Plastikverpackungen
  • Betätigung und Spaß an der frischen Luft, z. B. mit der ganzen Familie, mit Freunden, WG-Mitbewohnern, Vereinen, …
  • Entschleunigung und Erholung
  • Toll auch mit Kindern
  • Austausch und Kontakt mit anderen Hobbygärtnern
  • Eine Idee für ein ganz besonderes Geschenk

Fazit: Wenn es einen nahen Standort in der eigenen Umgebung gibt, ist „Meine Ernte“ ein tolles Prinzip, um einen eigenen Nutzgarten zu betreiben. Wenige Verpflichtungen bei großem Serviceangebot machen die Idee auch für vielbeschäftigte und berufstätige Menschen interessant. Die Kosten sind auf den ersten Blick hoch, aber wenn man die Mengen an Gemüse bedenkt, die man im Laufe eines Jahres verspeist, sind diese mehr als gerechtfertigt. Ich wäre auf alle Fälle sofort mit dabei – hätte ich nicht einen eigenen, großen Gemüsegarten hinter unserem Haus.

Alle Infos bekommt ihr hier:
meine-ernte.de
www.facebook.com/meineernte

Titelbild © meine-ernte.de
Social Promobild © meine-ernte.de, Tammo Ganders