Plogging, Plalking & Co.: Laufen gegen Müll

Die Stadt schläft noch, die Sonne geht gerade auf und wir joggen unsere morgendliche Runde durch den noch taufrischen Park, da sehen wir es – Müll. Wen das abturnt, der sollte sich für sein Sportprogramm z. B. einer Plogging-Gruppe anschließen. Was Plogging ist und welche anderen Varianten dieser Natursportart es sonst noch gibt, erklären wir euch heute kurz und knapp.

Was ist Plogging?

Im Jahr 2016 ärgerte sich der Schwede Erik Ahlström über den wild herumliegenden Müll in Stockholm. Er begann, bewaffnet mit einem Müllbeutel, den Unrat bei seinen Joggingrunden einzusammeln und erfand damit unabsichtlich eine neue Sportart. Schon bald schlossen sich ihm viele Schwed*innen bei seiner Kombination aus Jogging und Aufheben (schwed. plocka upp) an. Befeuert durch Medienberichte und Fans in den sozialen Netzwerken bildete sich sehr schnell eine weltweite Community aus Plogger*innen.

Eignet sich Plogging auch für mich?

 Plogging eignet sich für jeden, der sportlich aktiv sein möchte und keine Herz-Kreislauf-Probleme oder Schwierigkeiten mit dem Bücken hat. Je nach körperlicher Verfassung und Trainingslevel lässt sich das Plogging-Programm individuell anpassen. Ist man weniger fit, nimmt man sich kürzere Strecken vor und legt evtl. ein Maximum an Müll-Stopps fest. Denn: Die Menge an Müll wächst bei jedem Bücken und somit auch das zusätzliche Gewicht, das man transportiert. Für fittere Sportler dürfen es ruhig 60 – 80 Mal bücken in der 30 Minuten-Runde sein. Das Bücken kann natürlich noch mit zusätzlich eingebauten Übungen kombiniert werden, z. B. Ausfallschritt, Kniebeuge usw. – gerne auch mehrmals hintereinander. Egal, ob Anfänger oder Profi: Bei schnellerem Lauf vor dem Bücken immer kurz abbremsen und rückenschonend bücken, d. h. in die Knie gehen.

Neben den reinen Laufbewegungen kommen also beim Plogging viele weitere Muskelgruppen zum Einsatz, was schon einmal den Trainingseffet erhöht. Außerdem profitieren Plogger*innen von dem Intervall-Effekt, der durch die regelmäßigen Unterbrechungen erzielt wird. Durch den steten Wechsel von Belastung und Erholung werden schnellere und bessere Trainingergebnisse erzielt.

Ob allein oder in der (organisierten) Gruppe – Plogging macht Spaß, ist effektiv und trägt zum Umweltschutz bei. Als Spezialausrüstung braucht man neben der angemessener Sportbekleidung noch Arbeits- oder Gummihandschuhe sowie einen stabilen Müllbeutel.

Plalking, Pliking und Plycing als Weiterentwicklungen

Wer nicht gerne joggt oder weniger schweißtreibende Alternativen zum Plogging sucht, für den könnten drei andere Sportarten auch interessant sein. Sie sind eine Weiterentwicklung nach Vorbild des Plogging und funktionieren vom Prinzip her genau gleich. Beim Plalking haben wir es mit einer Abwandlung von Walking (Gehen) zu tun. Das Tempo lässt sich auch hier wunderbar an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Die Verfechter von Pliking kombinieren Hiking (Wandern) mit Müllsammeln. Schließlich kann man für die Umwelt auch aufs Fahrrad steigen (Cycling). Wer Plycing betreibt, hat zudem einen Transportvorteil und muss den Müll nicht selber tragen.

FAZIT: Die neuen Natursportarten rund ums Plogging bieten eine Kombination aus tollem Trainingseffekt, ökologischer und, sofern man es in der Gruppe tut, auch sozialer Komponente. Und wer weiß, vielleicht gibt es schon bald noch weitere Varianten, denkbar wäre z. B. Plating (Skating) oder Plineskating (Inlineskating). Was fällt euch ein?

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