DIE ERDMANDEL – DAS REVIVAL DER SUPERKNOLLE

Erdmandeln – immer öfter begegnet man in den letzten Jahren den kleinen, schrumpeligen Knöllchen, sei es im Bio-, Reformwaren- und Naturkostladen oder sogar mittlerweile auch in der gut sortierten Drogerie. Sind das Mandeln? Nein? Nüsse. Auch nicht. Aber sie scheinen gesund zu sein? Aber ja! Echte Superfruits, die in Teilen Europas schon seit dem frühesten Mittelalter bekannt sind, aber hierzulande erst mit der neuerlichen Gesundheitswelle beliebt wurden. Was die Erdmandel kann und wie vielseitig sie ist, erfahrt ihr heute bei uns im Blog.

Eine kleine Erdmandelgeschichte

Seit Jahrtausenden ist die Erdmandel, die auch Tigernuss genannt wird, bereits auf dem afrikanischen Kontinent als wertvolles Lebensmittel bekannt. Die alten Ägypter nutzten sie bereits als Bier- und Süßspeisenzutaten, was archäologische Funde belegen. Die Araber brachten sie schließlich mit nach Europa, als sie die Iberische Halbinsel im 8. Jahrhundert eroberten. Besonders in der Region um die spanische Großstadt Valencia entstand in der Folge ein großes Anbaugebiet für Erdmandeln, das bis heute bewirtschaftet wird. Der Löwenanteil der erzeugten Ernte wird für die beliebte Horchata de Chufa verwendet, ein süßes, milchartiges Traditionsgetränk der Region.

Obwohl sich die Erdmandel im südlichen Europa noch etwas verbreitete und sogar bis nach Amerika expandierte, blieb doch der große Siegeszug der Knöllchen bislang aus. Neben Spanien ist vor allem Westafrika bis heute der Hauptumschlagplatz für Erdmandeln, die noch immer als Lebens- und Heilmittel geschätzt werden.

Die Erdmandel – eine Frucht mit vielen Eigenschaften

Ob Mandel oder Nuss – beide Begriffe treffen nicht auf die Erdmandel zu. Botanisch gesehen gehört das Gewächs, das ebenso bezeichnet wird wie seine Frucht, zu den Zypergräsern aus der Familie der Riedgräser (oder Sauergrasgewächse). Die krautigen Pflanzen sehen in erster Linie aus wie große Grasbüschel (bis maximal einen Meter Höhe) und offenbaren ihr Geheimnis erst unter der Erde. Denn dort hängen an langen Ausläufern der Pflanze, sogenannten Stolonen, die kleinen, knollenartigen Verdickungen (bis maximal 15 mm Durchmesser), die wir als Erdmandeln bezeichnen. Sie bilden sich erst ab dem Spätsommer und können dann im Herbst geerntet werden. Die Knöllchen werden anschließend in speziellen Kammern getrocknet und können in der Küche vielseitig verwendet werden. Man kann sie roh essen (ziemlich hart), aber auch eingeweicht oder als Flocken, Mehl und Grieß nutzen. Getränke, Suppen, Saucen, Eintöpfe, Süßspeisen und Backwaren – das Verwendungsspektrum der Erdmandel ist enorm. Darüber hinaus sind viele weitere Erdmandelprodukte, wie z. B. Erdmandelöl, -milch oder -mus, erhältlich.

Das Besondere an der Erdmandel ist zum einen ihr Geschmack, der herrlich nussig-mandelig anmutet. Ein tolles Ersatzprodukt für alle Menschen, die allergiebedingt auf Nüsse oder Mandeln verzichten müssen. Aufgrund seiner Eigenschaften als Mehl oder Grieß eignet sich die Erdmandel darüber hinaus auch besonders gut für Menschen mit Glutenunverträglichkeit oder Weizenallergie. Zum anderen vereint die Erdmandel in sich so viele gesundheitsförderliche Eigenschaften und Stoffe, dass sie ohne weiteres als echter Star unter den Superfruits gelten kann. Sie enthält vor allem gesunde, einfach ungesättigte Fettsäuren, denn rund ein Viertel der Erdmandel besteht aus Fett. Damit sollen Erdmandeln, regelmäßig genossen, wohl einen positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel nehmen und Krankheiten, z. B. des Herz-Kreislaufsystems, vorbeugen. Neben 8 % Eiweiß enthält die Erdmandel noch 62 % Kohlenhydrate, davon unglaubliche 33 % Ballaststoffe. Damit sind sie eines der ballaststoffreichsten Nahrungsmittel überhaupt, können zur Darmgesundheit beitragen und Verstopfungen entgegenwirken. Auch steigern sie das Sättigungsgefühl und können beim Abnehmen hilfreich sein. Ganz nebenbei enthalten Erdmandeln noch einen Supercocktail aus vielen Vitaminen (z. B. Vitamin E und H), Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, wie das vor freien Radikalen schützende Rutin. Darüber hinaus entdeckten Forscher Eigenschaften der Erdmandeln, die das Gehirn in Schwung bringen und so leistungssteigernd wirken können, sozusagen Studentenfutter 2.0. *

Aufgrund ihres Mehrwerts, aber natürlich auch wegen ihres tollen Geschmacks, verwenden wir Erdmandeln in Grießform für drei unserer veganen iChocs. Auch euer Stoffwechsel und Gehirn freuen sich jetzt sicher noch mehr über die iChoc Super Nut, White Vanilla oder die Jungle Bitesaus der neuen Expedition-Reihe, nachdem ihr die Super-Eigenschaften der Erdmandel kennt, oder?

Einen Haken gibt es leider immer

Nachdem sich nun alles sehr positiv angehört hat, gibt es wie bei allen Dingen, auch bei der Erdmandel einen Haken. Der liegt in der Natur der Pflanze an sich, die sich leider extrem schnell und aggressiv ausbreitet und damit viele heimische Pflanzen aus ihren angestammten, ökologischen Nischen verdrängt. In der Biologie spricht man von einem Neophyt, der sich mit oder ohne menschliche Hilfe rasend schnell verbreitet. Im Falle der Erdmandel ist neben der gewollten Kultivierung auch eine unbeabsichtigte Verbreitung der Pflanze ein häufiges Problem, da sie ungewöhnlicherweise im trockenen Zustand noch nach Jahren keimfähig bleibt. Im Winter stirbt die Pflanze nur bei strengem Dauerfrost ab, weshalb sie sich auch schon in einigen Regionen Deutschlands angesiedelt hat. In den Niederlanden gibt es daher schon seit den 1980er Jahren gezielte Bekämpfungsprogramme in der Landwirtschaft. So hat sich die Erdmandel neben ihren Super-Eigenschaften ein zweites Image als eines der „world’s worst weeds“ (eines der weltweit schlimmsten Unkräuter) zugelegt. Daher ein wichtiger Tipp für die durchaus mögliche Zucht im eigenen Garten: Niemals großflächig aussähen und möglichst in einem Kübel halten!

* Quellen: zentrum-der-gesundheit.de, wikipedia.org

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