Auf ein Wort… mit Sebastian Copien

Sebastian Copien ist bekennender iChoc-Fan, pflanzlicher Tausendsassa und einer der beliebtesten Vegan-Köche Deutschlands. Wir haben ein wenig mit dem sympathischen Münchener geplaudert und ihm einige spannende Neuigkeiten entlockt.

Lieber Sebastian, Du bist aktuell ja ganz schön umtriebig. Was gibt’s Neues bei Dir? Erzähl uns doch mal was über Deine aktuellen Projekte!

(lacht) Ja mir wird es eigentlich nie langweilig da ich immer wieder neue schöne Ideen für Projekte habe und ganz aktuell beschäftigt mich meine neue Online-Kochschule VEGAN MASTERCLASS am meisten. Ich habe in den letzten 2 Jahren festgestellt das ich einfach die Nachfrage nach den Kochkursen in meiner Kochschule in München nicht mehr decken kann und das ist einfach schade denn das Wissen um die hochwertige pflanzliche Küche muss an so viele Menschen wie nur möglich weitergebeben werden.

Den Gedanken, meine Kurse online abzubilden habe ich schon viele Jahre, aber wenn man das gut machen möchte, ist ein unglaublich großer finanzieller und arbeitstechnischer Aufwand notwendig und das hatte mich bisher davon abgehalten. Um einen Kurs mit ca. 50 Videos hochwertig zu produzieren sind viele Menschen und Experten notwendig. Angefangen beim Filmteam (3 Kameramänner, Ton, Datensicherung) über den Schnitt und die Regie der Videos, die Homepage und Technik bis hin zum eigentlichen Inhalt, viele neue Rezepte und didaktisch sinnvoll aufgebaut Kurse.

Wir haben da knapp 1 Jahr hart dran gearbeitet. Im September sind wir mit dem ersten Kurs der BOWL MASTERCLASS live gegangen. Als nächster Kurs kam dann die XMAS MASTERCLASS für das perfekte vegane Festmenü, das die ganze Familie begeistert und das super vorbereitet werden kann. So wird es weitergehen und da VEGAN MASTERCLASS von Anfang an als Plattform Gedacht war sind schon viele Kurse mit anderen bekannten Koch-/ und Ernährungsexperten geplant. Ich wollte hier einfach eine Plattform schaffen auf der absolute Experten aus dem pflanzlichen Bereich ohne Rückhalt ihr Wissen an interessierte Menschen weitergeben können und das funktioniert super wie wir durch die ersten Kurse sehen. Mittlerweile arbeiten über 1000 Teilnehmer mit den On-Demand Kursen zuhause und wir sehen in unserer Community täglich, was Leckeres gekocht wird und wie sehr die Teilnehmer diese Art des Lernens und der Wissensvermittlung schätzen.

Das Plant Based Institute, bei dem Du federführend mit an Bord bist,  hat sich ja mittlerweile gut etabliert. Wie sieht Deine aktuelle Rolle im Institute aus? Wo liegen Deine Schwerpunkte?

Ja das Institut macht viel Freude und es ist einfach schön zu sehen was sich bei unseren Teilnehmern über diese 6 Monate Ausbildungszeit bewegt. Die Ergebnisse der letzten Abschlussprüfung im September waren wieder grandios und ich bin sicher, das alle Teilnehmer viele Menschen erreichen werden mit dieser wundervollen pflanzlichen Küche. Das Handwerkszeug dazu haben sie in den 6 Monaten dazu mitbekommen. Die Rollen sind bei uns relativ gleich verteilt. Jeder vom Team bringt sich gleichermaßen mit ein und auch wie es die jeweilige Zeit zulässt. In der Ausbildung selber bin ich ja für den Part Kochen zuständig. Boris Lauser für den Part Raw Cuisine, Niko Rittenau für die Ernährunsgwissenschaften und Heather und Flippo von den Pink Elephants für das Backen.

Mit einigen anderen Köchen aus der „Szene“ nimmst Du eine Vorbildsfunktion ein, die Wertschätzung und Spaß am gesunden Lebensmittel vermittelt. Was denkst Du: Hat sich bei jungen Menschen etwas durch eure Arbeit geändert? Was muss man heutzutage tun, um die Fast-Food-Generation vom gesunden Essen zu begeistern?

Ich denke, das es beim Thema Essen in erster Linie mal um Genuss gehen sollte und nicht um Verzicht. Ich habe einfach extrem viel Freude am Kochen und am Kreieren und da springt der Funken dann bei den Live-/ oder Online-Kursen, der Ausbildung oder den Shows ganz automatisch über. Wenn es dann noch schmeckt und gesund ist, geht das „Begeistern“ dann von ganz alleine.

Dass Du gut kochen kannst, das wissen die Meisten, die sich mit Dir beschäftigt haben. Ist Sebastian Copien denn auch ein guter Bäcker?

(lacht) Ja ich kann backen. Ich habe einfach nur ein großes Problem damit, mich an Rezepte zu halten, denn das „aus dem Bauch und Moment heraus kochen“ ist für mich ein ganz essentieller Part. Das kann man beim Backen zwar durchaus im Rahmen betreiben aber einfach nicht so locker wie beim Kochen. Ich backe extrem gerne Brot und deftige Sachen. Kuchen eher weniger. Dafür sind meine Desserts der Knaller (lacht).

Wenn Du mal süß sündigst, womit erwischt man Dich?

Ich esse extrem gerne gute Schokolade. Das auch regelmäßig und sehe das auch nicht als „Sünde“ an. Letztendlich ja immer eine Mengenfrage und wenn ich ein paar Stück wundervolle Zartbitterschokolade essen hab ich ja eh schon Lächeln im Gesicht. So eine Tafel iChoc „Super Nut“ inhaliere ich aber auch schon mal schnell ein (lacht)!

Deine drei aktuellen Lieblingsprodukte aus dem Bioladen?

Taifun Japan Bratfilets
Reformhaus/Linh Soft Aprikosen
Soyana saure Sahne

Zu guter Letzt eine Zukunftsvision. Was denkst Du: Wie ernähren wir uns in 20 Jahren – und wie kaufen wir ein? Nur noch online? Oder züchten wir unser Gemüse gar in der heimischen Küche oder durch Vertical Farming? Bestrebungen in diese Richtung gibt es ja bereits… Wag doch mal den Blick in die Glaskugel!

Ich bin ja ein Mensch, der immer versucht im Jetzt zu leben. Ich habe durchaus die Hoffnung das die Menschen sehr bald erkennen, dass in puncto Konsum-/ und Ernährungsgewohnheiten etwas passieren muss, damit die Menschen in 100 Jahren auch noch auf so einem wundervollen Planeten leben können. Ich denke, dass das Thema Vertical Farming und Urban Gardening viel größer werden wird und das ist auch super, denn jeder Mensch, der sich mit dem Anbau von Nahrung beschäftigt, begegnet dem Thema automatisch bewusster – so ging es mir ja selbst, als ich zu Gärtnern angefangen habe. Erst vor ein paar Tagen habe ich eine Podiums-Diskussion zum Thema CleanMeat gehört und auch das wird ein großes Thema werden in den nächsten Jahren.

Viel wichtiger als in die Zukunft zu schauen wäre es aus meiner Sicht aber, dass sich jeder Mensch jeden Tag mehrfach hinterfragt warum man gewisse Dinge macht, wie man Sie macht und versucht, auch im Sinne von einem großen Ganzen zu handeln und Entscheidungen zu treffen. Dann können sich Dinge bereits in kurzer Zeit wandeln.

www.sebastian-copien.de

Titelbild © Hansi Heckmair, Südwest Verlag