Die Zero Waste Markthalle Hamburg

Die Umweltverschmutzung durch Plastikmüll in unseren Weltmeeren ist groß. Das ist schon länger so und wird immer verheerender. Der international zunehmende Handlungsdruck wird u. a. dadurch deutlich, dass das Thema mittlerweile auch die Tagespresse erreicht hat und eigene politische Tagungen, wie die UN-Ozeankonferenz im vergangenen Juni in New York, nach sich zieht. Lösungsansätze sind eigentlich nur in der bewussten Reduktion bis hin zum kompletten Verzicht auf Plastik zu sehen. Ratgeber, wie z. B. das tolle Buch „Besser leben ohne Plastik“, geben Tipps für den Alltag und sogenannten Unverpacktläden schießen den Einkauf mit unnötigem Verpackungsplastik ins Aus. Die Initiative Appelhoff & Botterfatt will nun noch einen Schritt weitergehen: In Hamburg soll mithilfe von Crowdfundig eine Zero Waste Markthalle entstehen, die regionalen Erzeugern eine Verkaufsfläche und Einkäufern hochwertige, verpackungsfreie Lebensmittel bieten soll.

Zero Waste Markthalle – Die Idee

Die Plattform Appelhoff & Botterfatt ist die Idee des Unternehmers Andreas Achtziger, der, unterstützt von einem großen Team an Helfern, mit der Zero Waste Markthalle für Hamburg gleich mehrere Ziele verfolgt. Zum einen setzt die Halle natürlich ein Zeichen gegen Müll – vor allem gegen Plastikmüll – und will durch das Prinzip der unverpackten Waren Lebensmittelverschwendung durch Wegwerfen entgegenwirken. Denn: In die eigenen oder geliehenen Behälter kann man an den sogenannten Bulk Bins – große Spender, wie man sie auch aus verpackungsfreien Supermärkten kennt – genau so viele Lebensmittel füllen, wie man benötigt. Zum anderen werden besonders die regionalen Kleinproduzenten und Höfe sowie Start-Ups unterstützt, die ihre Waren in der Zero Waste Markthalle anbieten können. Regionalität ist überhaupt ein ganz besonders wichtiger Faktor für Appelhoff & Botterfatt – der Name zu Hochdeutsch Apfelhof & Butterfass bezieht sich übrigens auf das riesige Obstanbaugebiet des alten Landes vor den Toren Hamburgs. Daneben spielen Saisonalität und nachhaltige Landwirtschaft eine große Rolle.

Die Zero Waste Markthalle soll der täglich geöffnete Marktplatz für bewusste Einkäufer sein. Neben den regulären Ständen wechselnder Händler hält die Zero Waste Markthalle auch eine Lösung für die kleineren Anbieter bereit, um ihnen einen kostengünstigen und unkomplizierten Marktplatz zu bieten: die sogenannte Pop-up Stände. Sie sind vollständig aufgebaut und ausgestattet und müssen nur noch mit Waren gefüllt werden.
Neben den Marktständen gibt es auch einen integrierten Unverpackt-Supermarkt, in dem man alle weiteren Waren des täglichen Bedarfs erstehen kann. Dies sind weitere Lebensmittel, aber auch Drogerieartikel usw. Zu guter Letzt finden sich Waren, die über den täglichen Bedarf hinausgehen, wie etwa Kleidung und faire Technik.

Nicht nur Einkauf – Die Zero Waste Markthalle hat noch mehr zu bieten

Doch damit nicht genug. Die Zero Waste Markthalle will nicht nur Markthalle sein, sie versteht sich auch als Erlebnis- und Eventmarkthalle, in der sich Gleichgesinnte treffen. Das Einkaufen wird von einer lästigen Alltagspflicht zum regelmäßigen Event. Im geplanten Gastronomiebereich kann man entspannt schlemmen und regelmäßige Kulturangebote locken nicht nur zum Einkauf in die Markthalle. Ausstellungen und Lesungen sind genauso denkbar wie Theaterprojekte. Wer mehr über die Lebensmittel und ihre Herkunft sowie die Herstellungsprozesse der Waren erfahren möchte, ist hier ebenfalls an der richtigen Adresse. Handwerker, wie etwa Kaffeeröster oder Müller, lassen sich gerne bei der Arbeit über die Schulter schauen. Neben den kulturellen werden auch soziale Projekte nicht zu kurz kommen. Ein Teil der Umsätze soll gespendet werden und die Integration von Obdachlosen und Flüchtlingen als Personal der Zero Waste Markthalle ist angedacht.

Unterstützt die Zero Waste Markthalle Hamburg!

Die Zero Waste Markthalle Hamburg ist, auch nach eigenen Angaben, ein idealistisches Vorhaben. Es richtet sich an nachhaltig und zukunftsorientiert denkende Menschen, die nicht länger einfach nur zusehen, sondern der Müllproblematik auf unserem Planeten aktiv etwas entgegensetzten wollen. Ein Projekt, das sich sehr viel vorgenommen hat und neben dem Hauptanliegen noch viele weitere Komponenten zum sozialen, kulturellen, ökonomischen und nachhaltigen Gesamtpaket schnürt. Das verdient Unterstützung!

Um die Markthalle an einem zentralen und gut erreichbaren Ort in Hamburg, der noch nicht feststeht, realisieren zu können, läuft das Crowdfundig-Projekt auf der Plattform Startnext. Noch bis zum 17.08.2017 könnt ihr durch eure Spende helfen, die Fundingschwelle von 50.000 Euro zu knacken und das Projekt realisierbar zu machen.

Titelbild: © Appelhoff & Botterfatt